Was ist Kurkuma?

Die Pflanze Kurkuma stammt aus dem ostasiatischen Raum und gehört zur den Ingwergewächsen. Genutzt wird der getrocknete Wurzel­stock von Curcuma longa (Gelbwurz) und Curcuma xanthorrhiza (Javanische Gelbwurz). Der wichtigste Inhaltsstoff ist das Curcumin. Als Gewürz ist Kurkuma in Currypulver-Mischungen enthalten. Zudem wird Curcumin unter der Bezeichnung E100 zur Gelbfärbung von Nahrungsmitteln und Kosmetika eingesetzt. 

Entzündungshemmende Inhaltsstoffe

Curcumin und die anderen Curcuminoide, die in Kurkuma enthalten sind, gehören zu den Polyphenolen. Diese wirken als Antioxidantien, d.h. sie sind in der Lage, freie Radikale unschädlich zu machen, wodurch eine entzündungshemmende Wirkung zustande kommt. 

In vitro zeigte Curcumin darüber hinaus weitere antientzündliche Effekte, wie eine Hemmung der Zyklooxygenase (dadurch auch Schmerzlinderung), eine Hemmung der Lipoxygenase und eine Hemmung entzündlicher Zytokine. Seit Jahren wird aufgrund vielversprechender Laborergebnisse Grundlagenforschung betrieben und es gibt auch einige klinischen Studien, die eine mögliche Wirksamkeit bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen untersuchen, z.B. bei: Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Diabetes Typ 1, Rheumatoider Arthritis, Multipler Sklerose und Psoriasis.

Kurkuma hilft bei Colitis Ulcerosa

Bezüglich der Behandlung chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen lässt sich anhand der Studien eindeutig ein positiver Trend erkennen. Das führte dazu, dass Curcumin in der Leitlinie zur Behandlung der Colitis Ulcerosa als Therapieoption genannt wird.

Darüber hinaus berichten viele Patienten über eine Linderung entzündungsbedingter Schmerzen, z.B. bei Arthritis. In Indien wird Kurkuma seit vielen tausend Jahren in der traditionellen Heilkunst Ayurveda als entzündungshemmendes Mittel eingesetzt.

Kurkuma als ein Wundermittel?

Es wird oft – insbesondere von Herstellern von Nahrungsergänzungsmitteln – suggeriert, dass Kurkuma ein Wundermittel ist gegen eine ganze Bandbreite von Krankheiten, unter anderem auch gegen Krebs. Mit solchen Heilversprechen sollte man generell lieber vorsichtig sein, wenn ein entsprechender Nachweis durch kontrolliert randomisierte Studien am Menschen fehlt.

Auf der anderen Seite muss man wissen, dass in die Forschung von Naturstoffen, auf die es kein Patent gibt, längst nicht so viel Geld fließt, wie in die Zulassungsstudien neuer Wirkstoffe, die als hochpreisige Medikamente vermarkt werden könnten. Das heißt, nur weil es keine eindeutigen Belege durch entsprechende Studien gibt, muss das nicht heißen, dass Kurkuma nicht wirkt. Die meisten Studien wurden zudem mit Curcumin in isolierter Form durchgeführt und nicht mit der Kurkuma-Knolle als Lebensmittel. Sekundäre Pflanzenstoffe wirken immer am besten im Verbund.

Die Bioverfügbarkeit verbessern

Bei der Bewertung von Curcumin als Entzündungshemmer wird häufig kritisiert, dass es eine sehr schlechte Bioverfügbarkeit hat. Es ist schwer wasserlöslich und instabil, daher wird der Wirkstoff nur sehr in geringen Dosen aus dem Darm aufgenommen. Außerdem wird ein großer Teil direkt über den Darm und die Leber wieder ausgeschieden, man spricht hier vom sogenannten First-Pass-Effekt.

Hier gibt es allerdings einen ganz einfachen Trick: Piperin, das Hauptalkaloid im schwarzen Pfeffer, kann die Bioverfügbarkeit erheblich steigern. Die zusätzliche Aufnahme von Fett sorgt außerdem für eine bessere Aufnahme aus dem Dünndarm.

Worauf solltest du beim Kauf achten?

Kurkuma gibt es sowohl als ganze Knolle, als Pulver oder als Nahrungsergänzsmittel in Form von Kapseln zu kaufen

Kurkuma als Knolle oder als Pulver hat den Vorteil, dass Curcumin im Komplex zusammen mit den zahlreichen anderen sekundären Pflanzenstoffen der Wurzel womöglich eine noch bessere Wirkung entfaltet. Das Pulver hat außerdem den Vorteil, dass du weniger benötigst, weil es im Gegensatz zur wasserhaltigen Knolle konzentriert ist. Wenn du dich für ein Kurkumapulver entscheidest, solltest du beim Kauf auf Bioqualität achten, um eine Belastung mit Schadstoffen auszuschließen.

Fazit

Auch wenn die Datenlage (noch) nicht ganz eindeutig ist, besitzt Kurkuma ein vielversprechendes entzündungshemmendes Potential bei gleichzeitig sehr guter Verträglichkeit. Ich empfehle dir die regelmäßige Einnahme als Gewürz in Pulverform, da du so von der Heilkraft der ganzen Knolle profitieren kannst. Für eine bessere Bioverfügbarkeit solltest du es mit schwarzem Pfeffer und etwas Fett kombinieren. Du kannst damit zum Beispiel ein leckeres Curry zaubern oder dir eine goldene Milch zubereiten.

Quellen

Hewlings SJ, Kalman DS. Curcumin: A Review of Its’ Effects on Human Health. Foods. 2017;6(10):92.

Kunnumakkara AB, Bordoloi D, Padmavathi G, et al. Curcumin, the golden nutraceutical: multitargeting for multiple chronic diseases. Br J Pharmacol. 2017;174(11):1325–1348.

He Y, Yue Y, Zheng X, Zhang K, Chen S, Du Z. Curcumin, inflammation, and chronic diseases: how are they linked?. Molecules. 2015;20(5):9183–9213.

Gupta SC, Patchva S, Aggarwal BB. Therapeutic roles of curcumin: lessons learned from clinical trials. AAPS J. 2013;15(1):195–218.

Nelson KM, Dahlin JL, Bisson J, Graham J, Pauli GF, Walters MA. The Essential Medicinal Chemistry of Curcumin. J Med Chem. 2017;60(5):1620–1637.

Kucharzik, T.; Dignass, A. et al. (2018). S3-Leitlinie – Colitis ulcerosa. Mai 2018 – AWMF-Registriernummer: 021-009.

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