Inhaltsverzeichnis

1. Hashimoto Thyreoiditis ist eine Autoimmunerkrankung

Hashimoto Thyreoiditis, auch Autoimmunthyreoiditis (AIT) genannt, ist eine sogenannte Autoimmunerkrankung. Das bedeutet, dass das Immunsystem aus dem Gleichgewicht geraten ist und fälschlicherweise Antikörper gegen körpereigenes Gewebe produziert, in diesem Fall die Schilddrüse. Die Folge: es kommt zu einer chronischen Entzündung der Schilddrüse. Bei den meisten Betroffenen wird durch die Entzündung im Laufe der Zeit immer mehr Schilddrüsengewebe zerstört. Dadurch wird die Schilddrüse kleiner und kann nicht mehr in ausreichender Menge Schilddrüsenhormone bilden.

 

2. Frauen erkranken etwa 10mal häufiger als Männer an Hashimoto Thyreoiditis

Generell sind Frauen häufiger von Autoimmunerkrankungen betroffen als Männer. Ein Grund dafür ist, dass Frauen größeren Hormonschwankungen ausgesetzt sind. Vor allem Östrogene beeinflussen den Krankheitsverlauf eher negativ, wohingegen Progesteron und Testosteron antientzündlich wirken. Eine Sonderform der Hashimoto Thyreoiditis ist die postpartale Thyreoiditis. Diese ist tritt innerhalb des ersten Jahres nach einer Schwangerschaft auf.

3. Der Auslöser für Hashimoto Thyreoiditis ist noch nicht genug erforscht

Es ist nicht bekannt, ob es einen bestimmten Auslöser gibt, der zum Ausbruch von Hashimoto führt. Als wahrscheinlich gelten hormonelle Umstellungen, zum Beispiel durch die Pubertät, die Einnahme von Hormonpräparaten, Eintritt einer Schwangerschaft oder durch die Wechseljahre, sowie vermehrter psychischer und physischer Stress, Viruserkrankungen, Nährstoffmängel (Vitamin D) und Umwelteinflüsse. Auch eine extrem hohe Jodeinnahme soll die Krankheit auslösen können. Über die Nahrung ist so eine hohe Aufnahme aber eher unwahrscheinlich. Und zu guter Letzt gibt es sehr wahrscheinlich auch eine genetische Veranlagung für Hashimoto, denn man kann eine familiäre Häufung beobachten.

 

4. Hashimoto Thyreoiditis hat keinen gleichbleibenden Verlauf

Die meisten Hashimoto-Betroffenen leiden langfristig unter einer Schilddrüsenunterfunktion, wenn durch die Autoimmunreaktion schon viel Schilddrüsengewebe zerstört wurde.

Am Anfang liegen aber oft noch normale Blutwerte vor oder es kommt sogar zu einer Überfunktion der Schilddrüse: Das restliche funktionierende Gewebe der Schilddrüse kann nämlich die Hormonproduktion steigern. Um das leisten zu können, wächst es an. Deshalb wird die Schilddrüse anfangs manchmal größer und erst später kleiner. Durch die Zerstörung von Schilddrüsengewebe kann es außerdem passieren, dass schlagartig Schilddrüsenhormone aus den sogenannten Follikeln freigesetzt werden und Symptome einer Überfunktion auslösen.

Und: es können zwischendurch immer wieder Entzündungsschübe auftreten, bei denen Gewebe zerstört wird. Die Folge: Unterfunktionssymptome werden stärker

5. Häufig vergehen Jahre, ehe Hashimoto diagnostiziert wird

Dadurch, dass typische Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion erst im späteren Verlauf auftreten, wird Hashimoto häufig sehr spät entdeckt. Typisch für eine Schilddrüsenunterfunktion sind neben den klassischen Symptomen ein erhöhter TSH-Wert sowie zu niedrige freie Schilddrüsenhormonwerte (fT3 und fT4). In der Regel sind im Blut auch Antikörper gegen die Schilddrüse nachweisbar (TPO-AK und TG-AK). Ob es sich tatsächlich um Hashimoto handelt, zeigt letztlich ein Ultraschall der Schilddrüse: Dadurch kann der Arzt Gewebeveränderungen feststellen, die darauf hindeuten, dass Schilddrüsengewebe zerstört wurde.

 

6. L-Thyroxin ist die Standard-Therapie bei Hashimoto

Weil Hashimoto so gut wie immer zu einer Unterfunktion der Schilddrüse führt und der Körper irgendwann nicht mehr in der Lage ist, genug Schilddrüsenhormone selbst zu bilden, bekommt der Patient in der Regel vom Arzt Schilddrüsenhormone in Form von Tabletten verordnet. Die Standardmedikation ist dabei das inaktive Schilddrüsenhormon T4 (Levothyroxin, kurz: L-Thyroxin).

Vorteile: Der Körper kann aus T4 je nach Bedarf das aktive Schilddrüsenhormon T3 selbst bilden, welches dann letztlich in den Körperzellen wirkt. Die Gefahr, sich durch eine Überdosierung selbst in eine Überfunktion zu bringen, ist dadurch geringer. Außerdem hat die Hormongabe von außen den Effekt, dass die Autoimmunreaktion gedämpft wird und sich die Schilddrüse besser erholen kann. Deshalb ist es schon wichtig, rechtzeitig mit einer Therapie zu starten, wenn Hashimoto diagnostiziert wurde.

Nachteile: weil L-Thyroxin eine relativ lange Halbwertszeit hat, tritt die Wirkung nicht sofort ein, sondern man muss ein wenig Geduld mitbringen. Es kann mehrere Wochen und Monate dauern, ehe man die richtige Dosis für sich gefunden hat. Einige Patienten können zudem das T4 nicht so gut in T3 umwandeln, so dass sie auch weiterhin noch unter den Symptomen einer Unterfunktion leiden.

Deshalb ist es so wichtig, von vornherein die Ernährung umzustellen und Mikronährstoffe gegebenfalls auch über Nahrungsergänzungsmittel aufzufüllen, weil für die Umwandlung von T4 in T3 unter anderem Selen und Eisen benötigt wird. Wenn das alles nichts bringt, kann man zusätzlich zum T4 ein T3-Präparat einnehmen.

 

7. Der TSH-Wert allein ist nicht aussagekräftig

Leider gibt es immer noch zu viele Ärzte, die nur den TSH-Wert bestimmen und die L-Thyroxin-Dosis daran anpassen. Zu häufig habe ich schon erlebt, dass die Schilddrüsenhormondosis gesenkt wurde, obwohl es dem Patienten damit gut ging, nur damit der TSH-Wert im Normbereich liegt. Das ist viel zu kurz gedacht, denn der TSH-Wert allein sagt noch nichts über die tatsächliche Versorgung der Zellen mit Schilddrüsenhormonen aus. Die freien Schilddrüsenhormone fT3 und fT4 sollten immer mitbestimmt werden. Ein weiteres Problem ist die strikte Orientierung am „Normbereich“. Dieser Bereich ist von Labor zu Labor unterschiedlich und basiert lediglich auf Durchschnittswerten der Bevölkerung. Was für den einen optimal ist, kann für den anderen zu viel oder zu wenig sein, es gibt keinen Idealwert für alle. Ein guter Arzt geht deshalb nicht allein nach den Werten, sondern in erster Linie nach dem persönlichen Befinden des Patienten.

8. Hashimoto Thyreoiditis ist nicht heilbar

Mit dem Wort „Heilung“ im Zusammenhang mit Hashimoto oder einer anderen Autoimmunerkrankung muss man vorsichtig sein. Heilung bedeutet nämlich, dass der ursprüngliche Gesundheitszustand komplett wiederhergestellt wird. Was man aber erreichen kann, ist die sogenannte Remission:  das ist ein Zustand, in dem der Patient vollkommen symptomfrei ist und auch keine Antikörper mehr im Blut nachweisbar sind.

Einige erreichen diesen Zustand nur mit Schilddrüsenhormonen von außen. Wenn die Krankheit in einem sehr frühen Stadium festgestellt und behandelt wird, bevor schon massiv Schilddrüsengewebe zerstört wurde, ist auch ein Leben ohne Tabletten möglich.

Letztlich ist das Wohlbefinden entscheidend, nicht die Hormondosis und auch nicht die Laborwerte. Das Ziel sollte immer sein, dass du dich vollkommen wohl fühlst und von der Erkrankung nichts mehr merkst. Wenn du diesen Zustand einmal erreicht hast, ist es dennoch wichtig, einen gesunden und achtsamen Lebensstil beizubehalten. Damit vermeidest du einen Rückfall.

 

9. Du kannst den Verlauf deiner Hashimoto Thyreoiditis unter anderem über deine Ernährung beeinflussen

Viele fühlen sich machtlos und überfordert mit der Diagnose Hashimoto Thyreoiditis. Sie bekommen vom Arzt in der Regel wenig Aufklärung über die Erkrankung, aber dafür Tabletten verschrieben mit der Aussage, die nehmen sie jetzt bis an ihr Lebensende und damit ist gut.

Bestenfalls geht es dir mit der Einnahme von Schilddrüsenhormonen tatsächlich deutlich besser. Was aber viele vergessen: die Ursache für die Autoimmunreaktion liegt in einem fehlgeleiteten Immunsystem. Die Einnahme von L-Thyroxin allein wird das Immunsystem nicht wieder in seine natürliche Balance bringen. Dazu braucht es zusätzlich entzündungshemmende Maßnahmen und zwar in erster Linie über deine Ernährung.

Deshalb ist es auch völlig absurd, wenn jemand behauptet, die Ernährung hat keinen Einfluss auf Hashimoto. Die Ernährung hat IMMER einen Einfluss auf deine Gesundheit und das gilt ganz besonders bei chronischen Entzündungen wie Hashimoto und anderen Autoimmunerkrankungen.

Ernährung bei Hashimoto - was wirklich hilft!

10. Hashimoto tritt gehäuft mit anderen Autoimmunerkrankungen auf

Hashimoto tritt bei rund einem Viertel der Betroffenen zusammen mit anderen Autoimmunerkrankungen auf. Wenn man bedenkt, dass die Ursache für Hashimoto in einem fehlgeleiteten Immunsystem liegt, erscheint es logisch, dass gleichzeitig auch das Risiko für andere Autoimmunerkrankungen erhöht ist.

Begleiterkrankungen bei Hashimoto sind zum Beispiel:

  • Perniziöse Anämie ( Autoimmun bedingte, chronische Entzündung der Magenschleimhaut mit B12-Mangel)
  • Zöliakie
  • Vitiligo (Weißfleckenkrankheit)
  • Alopecia areata (kreisrunder Haarausfall)
  • Lupus erythematodes (Schmetterlingskrankheit)
  • Morbus Addison (Nebenniereninsuffizienz)
  • Diabetes Typ
  • rheumatoide Arthritis

Gerade deshalb ist es so wichtig, Hashimoto ganzheitlich zu betrachten und entzündungshemmende Maßnahmen zu ergreifen, um das Immunsystem zu beruhigen und die Entstehung oder auch das Fortschreiten weiterer chronischer Entzündungskrankheiten zu verhindern.

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