Es gibt eine bestimmte Pflanzenfamilie, die besonders regelmäßig auf deinem Speiseplan stehen sollte: Das sind die sogenannten Kreuzblütengewachse, auch Kreuzblütler genannt. Sie enthalten Inhaltsstoffe, denen eine besondere gesundheitsfördernde und heilende Wirkung zugesprochen wird. 

Welches Gemüse zählt zu den Kreuzblütlern?

Zu der Familie der Kreuzblütler zählen sämtliche Kohlarten aber auch einige andere Nutzpflanzen:

  • Blumenkohl
  • Grünkohl
  • Brokkoli
  • Rotkohl
  • Weißkohl
  • Chinakohl
  • Schwarzkohl
  • Rosenkohl
  • Pak Choi
  • Wirsing
  • Kohlrabi
  • Rucola
  • Radieschen
  • Kresse
  • Senfsamen
  • Rettich

Was ist das Besondere an Kreuzblütlern?

Die besonderen Inhaltsstoffe der Kreuzblütler sind ihre Senfölglykoside, die Glucosinulate. Das Spaltungsenzym der Glucosinolate ist die Myrosinase, dieses liegt räumlich getrennt in den Zellen der Kreuzblütler vor. Werden die Zellen verletzt, zum Beispiel durch Kauen oder Schneiden, können die Senfölglykoside durch die Myrosinase zu Senfölen gespalten werden. Sie geben Rettich, Kresse, Kohl und Co. den leicht scharf-bitteren Geschmack.

Es gibt rund 120 verschiedene Glucosinolate, die sich innerhalb der Kreuzblütler unterscheiden. Einige von ihnen werden in der Pflanzenheilkunde angewendet, weil sie teilweise stark antibakteriell wirken. Besonders das Sulforaphan des Brokkolis ist Gegenstand wissenschaftlicher Forschung, weil es präventiv gegen Krebs wirken soll. Außerdem unterstützen Glucosinulate die Arbeit und die Entgiftungsfunktion der Leber und können dadurch zu einem gesunden Hormonhaushalt beitragen.

Was muss ich bei der Zubereitung beachten?

Wenn man sich die gesundheitlichen Vorteile der Senfölglykoside in Kreuzblütlern zunutze machen möchte, sollte man wissen, dass das Enzym Myrosinase hitzelabil ist. Das bedeutet, sie wird beim Kochen oder Braten zerstört, so dass die wertvollen Senföle gar nicht entstehen kann

Bedeutet das, ich muss Brokkoli und andere Kohlsorten roh essen?

Nein, zum Glück für deine Verdauung gibt es da ein paar Tricks, die du anwenden kannst, um die Senföle auch in gegartem Gemüse für deinen Körper verfügbar zu machen.

Tipp Nr 1: Gemüse klein schneiden und abwarten

Wie oben schon beschrieben, liegen die Senfölglykoside und das Enzym Myrosinase im Gemüse in getrennten Zellen vor. Durch das Kleinschneiden werden die Zellstrukturen zerstört und die Myrosinase kann die Senfölglykoside durch den Kontakt spalten. Dafür solltest du allerdings nach dem Schnippeln ca. 40 Minuten abwarten, ehe du das Gemüse kochst.

Tipp Nr 2: Gegarten Kreuzblütler mit rohem Kreuzblütler kombinieren

Da die Myrosinase ja nur durch das Erhitzen zerstört wird, ist das Enzym in rohen Kreuzblütlern logischerweise noch intakt und wird durch den Kauvorgang freigesetzt. Wenn du also zu deinem Kohlgemüse noch ein paar Radieschen snackst oder einen leckeren Rucola-Salat dazu isst, können auch die Senföle im gekochten Kohl freigesetzt werden 🙂

Ich streue zum Beispiel sehr gern frische Kresse über meine Gerichte oder mache vom nächsten Tipp Gebrauch:

Tipp Nr 3: Füge deinem gegarten Gemüse noch Senfmehl hinzu

Eine besonders einfache und schnelle Variante, um deinem Gericht intakte Myrosinase hinzuzufügen, ist die Verwendung von Senfmehl. Dazu hast du am besten immer Senfsamen im Haus, die du frisch mahlen und anschließend über dein Gemüse streuen kannst. Du kannst aber auch gemahlenes Senfpulver verwenden. Übrigens ist Senfmehl häufig auch in Curry-Gewürzmischungen enthalten.

Muss ich Kreuzblütler bei Hashimoto meiden?

Nein, auch mit Hashimoto Thyreoiditis kannst du bedenkenlos Gemüse aus der Gruppe der Kreuzblütler essen. Doch woher kommt diese Annahme? Die Senfölglykoside können unter bestimmten Voraussetzungen strumagen wirken. Das bedeutet, sie können die Jodaufnahme an der Schilddrüse beeinträchtigen und dadurch einen bestehenden Jodmangel verschlimmern, wodurch sich die Schilddrüse vergrößert. Das typische Erscheinungsbild ist dann das sogenannnte Jodmangelstruma, eine Vergrößerung der Schilddrüse. Das kann allerdings nur passieren, wenn sehr große Mengen der Kreuzblütler roh gegessen werden und wenn bereits ein Jodmangel besteht. Zum anderen nehmen die meisten Hashimoto-Patienten L-Thyroxin ein, sie führen das Schilddrüsenhormon also von außen zu. Diese Aufnahme von außen ersetzt die eigene Hormonproduktion, wofür Jod benötigt würde. Insofern musst du dir als Hashimoto-Patient wirklich keine Sorgen machen. Die Kreuzblütler wirken im Gegenteil so gesundheitsfördernd auf den Körper, dass auch das L-Thyroxin besser verwertet und vom Körper vermehrt in das aktive Schilddrüsenhormon Trijodthyronin umgewandelt werden kann.

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