Kräuter und Gewürze haben in der entzündungshemmenden Ernährung einen besonders hohen Stellenwert. Sie enthalten ätherische Öle und sekundäre Pflanzenstoffe mit hoher antioxidativer Kapazität und können dadurch Entzündungsprozesse lindern. Natürlich werden Gewürze in der Regel nur in kleinen Mengen konsumiert. Daher solltest du sie regelmäßig, am besten täglich in deine Ernährung mit einbauen. Eine kleine Auswahl der wichtigsten entzündungshemmenden Kräuter und Gewürze, die auch als traditionelle Heilmittel eingesetzt werden, möchte ich dir in diesem Beitrag vorstellen.

Petersilie

Die Petersilie zählt hierzulande wohl zu den bekanntesten und beliebtesten Küchenkräutern. Sie enthält die Vitamine A, B1 bis B6, D und K und ist insbesondere reich an dem entzündungshemmenden Vitamin C. Dadurch stärkt sie dein Immunsystem. Zudem enthält sie viele Mineralstoffe und Spurenelemente wie Mangan, Schwefel, Kalium, Kalzium, Magnesium, Eisen und Phosphor.

Petersilie enthält außerdem den Wirkstoff Luteolin, ein sekundärer Pflanzenstoff aus der Gruppe der Flavone. In Tierversuchen hemmt Luteolin das Zytokin Interleukin-6 und wirkt dadurch entzündungshemmend und immunmodulatorisch.

Ihre ätherischen Ölverbindungen Myristicin, Limonen, Eugenol und Alpha-Thujen wirken sich entkrampfend auf den Magen-Darm-Trakt aus und wirken entgiftend.

Koriander

Koriander zählt zu den ältesten Küchenkräutern der Welt und wird auch als die “asiatische Petersilie” bezeichnet. Es ist fester Bestandteil der asiatischen und indischen Küche und eignet sich zum Beispiel perfekt für Wokgerichte und Currys. Zum Würzen verwendet man sowohl das Kraut als auch die getrockneten Früchte.

Koriander entfaltet seine heilende Wirkung über die im ätherischen Öl enthaltenen Phenole, welche in erster Linie die Produktion von Verdauungsenzymen fördern. Dadurch wirkt Koriander sehr effektiv gegen Verdauungsbeschwerden wie Blähungen, Durchfall und Reizdarm und wirkt krampflösend.

Eine Besonderheit von Koriander ist seine stark antibakterielle Wirkung, die überwiegend durch die Substanzen Dodecenal, Dodecanal und Linalool zusrande kommen. Sie hemmen das Wachstum von Bakterien und Pilzen, mindern Infektionen und Blasenentzündungen. In der Naturheilkunde wird Koriander außerdem zur Entgiftung von Umwelttoxinen und Schwermetallen eingesetzt wie Quecksilber, Blei, Cadmium und Aluminium.

Seine hohe Konzentration an Antioxidantien wirkt außerdem chronischen Entzündungen entgegen und soll sich insbesondere schmerzlindernd bei rheumatischen Erkrankungen auswirken.

Kresse

 

Kresse enthält viel Vitamin C sowie Vitamin B1, Eisen und Kalzium. Ihre wohl wertvollsten Inhaltsstoffe, welche ihr auch den leicht scharfen Geschmack verleihen, sind die Senfölglykoside. Du findest sie auch in Meerettich, Senf, Wasabi, Radieschen, Rucola und Brokkoli. Sie alle zählen zur Familie der Kreuzblütler. Die Senfölglykoside werden beim Kauen durch Enzyme in stark antibakteriell wirksame und entzündungshemmende Senföle umgewandelt. Mit ihnen wird sogar eine Anwendung in der Tumorbehandlung geforscht, weil sie womöglich in der Lage sind, das Wachstum von Krebszellen zu verhindern.

Basilikum

Basilikum wirkt als sogenannter Mastzellstabilisator als natürliches Antihistaminikum. Daher kann er sich positiv bei Allergien und Hauterkrankungen wie Neurodermitis auswirken.

Seine ätherischen Öle Olein-, Rosmarin- und Ursolsäure wirken antiviral und unterstützen dein Immunsystem. Darüber hinaus wirkt Basilikum blutdrucksenkend, entzündungshemmend, schmerzlindernd und krampflösend.

Es wird davon abgeraten, Basilikum in höheren Mengen zu Therapiezwecken einzusetzen, weil er viel Estragol enthält. Dieser Pflanzenstoff hat sich in hohen Dosen als krebserregend gezeigt. Er findet sich auch in Estragon, Anis, Sternanis, Piment, Muskatnuss, Lemongras und Fenchel. Aus Vorsorgegründen sollte man daher den dauerhaften und regelmäßigen Verzehr der genannten Gewürze und Kräutertees, der über den gelegentlichen Einsatz in der Küchenpraxis hinausgeht, einschränken. 

Wenn du Basilikum aber bloß hin und wieder zum Würzen und/oder Garnieren von Speisen einsetzt, kannst du dir die positiven Eigenschaften durchaus zunutze machen.

Thymian

Thymian ist eine wichtige Heilpflanze bei Atemwegserkrankungen, Entzündungen und Magen-Darm-Beschwerden.

Sein ätherisches Öl Thymol wirkt schleimlösend, krampflösend und antibakteriell. Es hat dadurch eine positive Wirkung auf die Atemwege und hilft bei Erkältungskrankheiten mit Husten wie der Bronchitis aber auch bei Asthma und Keuchhusten.

Thymian wirkt außerdem stärkend auf die Verdauungsorgane und die Leber und hilft bei Menstruationsbeschwerden. Äußerlich hilft er gegen schlecht heilende und entzündete Wunden und Ekzeme.

Minze und Pfefferminze

Es gibt verschiedene Arten von Minze, am bekanntesten ist wohl die Pfefferminze. Ihre wichtigsten Inhaltsstoffe sind ätherische Öle, Menthol, Menthon und Metholester, Gerbstoff, Flavonoide, Harze und Bitterstoffe.

Sie wirkt krampflösend, schmerzlindernd, entzündungshemmend und kühlend. Als Teeaufguss kannst du sie anwenden gegen Magenkrämpfe und Übelkeit. Pfefferminze wirkt sich positiv auf die Gallenproduktion aus und unterstützt dadurch die Verdauung. Eine gute Verdauungstätigkeit ist wichtig, um alle Nährstoffe aus der Nahrung ziehen zu können, die der Körper benötigt, um gesund zu werden.

Das ätherische Öl der japanischen Minze wirkt äußerlich hervorragend gegen Kopfschmerzen oder als Inhalationslösung bei Erkältungskrankheiten.

Ingwer

Ingwer ist reich an Vitamin C und enthält heilsame ätherische Öle, Gingerol, Harz und Harzsäuren. Er wirkt antibakteriell und hilft gegen Verdauungsprobleme, Übelkeit und Durchfall. Daher kann er sich positiv bei Reizdarm und chronisch entzündlichen Darmerkrankungen auswirken.

Seine Scharfstoffe regen die Durchblutung und den Kreislauf an und sind daher hilfreich bei niedrigem Blutdruck und gesteigerter Kälteempfindlichkeit, die oft bei Hashimoto Thyreoiditis auftritt.

Bei Patienten mit Arthrose konnte außerdem ein entzündungshemmender und schmerzstillender Effekt durch Ingwer nachgewiesen werden.

Ingwer verwende ich liebend gern als Gewürz für asiatische Gerichte und Currys. Du kannst dir aus der frischen Knolle auch einen Tee zubereiten, indem du sie in Scheiben schneidest, mit heißem Wasser aufgießt und ca. 15 Minuten ziehen lässt.

Kurkuma

Kurkuma und sein Hauptalkaloid Curcumin gehören zu den am intensivsten untersuchten entzündungshemmenden Pflanzenstoffen. Seine Wirkung bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wurde längst nachgewiesen und es wird sogar in der Leitlinie für Colitis Ulcerosa als pflanzliches Heilmittel empfohlen. Auch bei anderen chronisch-entzündlichen Erkrankungen kann Kurkuma entzündungshemmend wirken, indem es bestimmte entzündungsförderne Botenstoffe hemmt, die bei diesen Erkrankungen vermehrt produziert werden.

Bei rheumatoider Arthritis konnte in vitro und in vivo gezeigt werden, dass Curcumin die Bildung radikaler Sauerstoffverbindungen durch neutrophile Granulozyten hemmt. Diese spielen eine signifikante Rolle bei der Zerstörung von Gelenksgewebe. Außerdem wirkt Curcumin schmerzlindernd durch Hemmung der Cyclooxygenase 2 (COX-2). Ein Effekt, für den sonst Schmerzmittel wie Dicolefenac, Celecoxib oder Etoricoxib verschrieben werden.

Knoblauch

Knoblauch enthält die Vitamine A, B und C sowie Kalzium, Magnesium, Kalium und Selen. Sein Hauptwirkstoff ist das Allicin, ein sekundärer Pflanzenstoff, der zur Gruppe der Sulfide gehört.

Allicin ist eine Schwefelverbindung und verleiht dem Knoblauch seinen typischen Geruch. Es wird erst durch Zellschädigung aus der schwefelhaltige Aminosäure Alliin mithilfe des Enzyms Alliinase umgewandelt. Dafür muss der Knoblauch gepresst, gequetscht oder geschnitten werden. Allicin wirkt entzündungshemmend und senkt das Wachstum von Bakterien, Pilzen und Hefen. Es hat außerdem eine blutfettsenkende und blutverdünnende Wirkung und wird mit einem verringerten Risiko für bestimmte Krebsformen des Magen-Darmtraktes in Verbindung gebracht.

Zimt

Zimt hat einen sehr hohen ORAC-Wert: Das ist ein Maß für die antioxidative Kapazität eines Stoffes und eine Maßeinheit für die Fähigkeit, freie Radikale im Körper zu neutralisieren. Damit ist Zimt ein potenter Entzündungshemmer bei Autoimmunerkrankungen und anderen chronischen Entzündungen, die mit vermehrtem Zellstress einhergehen.

Zimt gehört außerdem zu den Naturstoffen, die in der Lage sind, die Freisetzung von TNF-a zu reduzieren. TNF-a ist ein wesentlicher Entzündungsmarker bei Autoimmunerkrankungen.

Darüber hinaus wirkt Zimt antibakteriell und antifungal und hilft gegen Dünndarmfehlbesiedelung (SIBO).

Wichtig beim Kauf ist, darauf zu achten, dass es sich um Ceylon-Zimt handelt und nicht um Cassia-Zimt. Letzterer enthält höhere Mengen des leberschädigenden Cumarins.

Senfsamen

Senfsamen enthalten im Wesentlichen Senföl, Eiweiß und die sogenannten Senfölglykoside.

Werden die Zellen der Senfkörner zerstört durch Zermahlen zu Senfmehl, kommen die Senfölglykoside in Kontakt mit dem Enzym Myrosinase und werden von diesem zu Isothiocyanaten aufgespalten. Diese sind hauptverantwortlich für die gesundheitliche Wirkung sowie für den scharfen Geschmack und werden auch als das ätherische Senföl bezeichnet.

Aufgrund der hautreizenden und lokal durchblutungsfördernden Wirkung der Senföle, können Senfsamen äußerlich zur Behandlung von Arhtrose, Bronchitis und Fibromyalgie angewendet werden. Sie wirken als Kompressen entzündungshemmend und schmerzstillend.

Innerlich angewendet stärken Senfsamen die Verdauungskraft und wirken antimikrobiell. Zudem kann man sich die Enzymaktivität der Myrosinase im Senfmehl zunutze machen in Kombination mit anderen Kreuzblütlern, wie zum Beispiel Brokkoli oder Blumenkohl. Diese Gemüsesorten werden normalerweise gegart verzehrt. Durch Hitzeeinwirkung wird ihre Myrosinase allerdings zerstört, so dass ihre Senfölglykoside nicht entstehen können. Kombiniert man Brokkoli nun nach dem Garvorgang mit Senfmehl, kann die enzymatische Spaltung stattfinden. Dadurch entsteht das wertvolle Senfölglykosid des Brokkolis, das Sulforaphan, das zahlreiche gesundheitsfördernde Eigenschaften aufweist.

Brennessel

Brennesseln enthalten besonders viel Vitamin C, Aminosäuren und Eisen. Weitere Inhaltsstoffe sind Flavonoide, Mineralsalze, Kieselsäure, Phytosterine und Carotinoide. Sie wirken aufgrund ihrer entzündungshemmenden Inhaltsstoffe besonders gut gegen rheumatische Beschwerden. Außerdem haben sie einen durchspülenden Effekt und können deshalb gut bei Harnwegsinfekten und zur Entgiftung eingesetzt werden.

Salbei

Salbei wirkt desinfizierend und ist als Tee oder als Lösung zum Gurgeln ein sehr gutes Heilmittel gegen Halsschmerzen und Entzündungen im Rachenraum. Er wirkt aber auch kräftigend auf die Verdauung und kann gegen Krämpfe und Appetitlosigkeit helfen. Seine Phytoöstrogene wirken ausgleichend auf den Hormonhaushalt.

Bakterien werden abgetötet und Entzündungen gebremst.

Gerstengras

Gerstengras hat eine extrem hohe Nährstoffdichte und unterstützt das Immunsystem. Es ist besonders reich an Calcium, Eisen und B-Vitaminen und entzündungshemmendem Chlorophyll.

Am besten verwendest du frisches Gerstengras, da der Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen in getrocknetem Pulver deutlich geringer ist. Du kannst es im Topf kaufen oder selbst anbauen: Dazu die Gerstengraskörner auf ein Beet mit Erde oder Nährstoffgranulat streuen und bei Zimmertemperatur keimen lassen. Nach etwa 10 bis 20 Tagen lassen sich die Triebe ernten.

Löwenzahn

Löwenzahn ist einer der besten Heilmittel für die Verdauung und die Entgiftung der Leber. Seine Bitterstoffe regen nämlich Verdauungsenzyme und die Gallenflüssigkeit an, helfen insbesondere bei der Aufspaltung von Nahrungsfetten und fördern die Ausscheidung von Stoffen über die Nieren und den Darm.

Rosmarin

Rosmarin ist ebenfalls eine meiner liebsten Heilpflanzen, denn er wirkt durchblutungsfördernd, anregend und stärkend auf den Kreislauf, fördert die Verdauung und wirkt entzündungshemmend. Außerdem enthält er Phytoöstrogene und kann deshalb bei Hormonstörungen helfen.

Schafgarbe

Die Schafgarbe wirkt ähnlich wie die Kamille gegen beruhigend auf den Magen-Darm-Trakt, entzündungshemmend und antimikrobiell. Seine Bitterstoffe regen die Sekretion von Magen- und Gallensaft an und unterstützen dadurch die Verdauung. Schafgarbe hilft außerdem gut gegen Menstruationsbeschwerden.

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